Strom - wie und wann wurde Strom erfunden

Wie kam die Elektrizität in die Haushalte?

Um das Jahr 1880 war die Glühbirne noch nicht erfunden und es gab in den Städten und Dörfern noch keine Stromversorgung. In den Straßenlaternen brannten Öllampen. In den Häusern der reichen Bevölkerung erhellten Gasflammen die Räume und auf dem Land erhellten Petroleumlampen oder Kerzen notdürftig die Räume. Das Licht dieser Lichtquellen war nicht sehr hell und sehr feuergefährlich. In großen Fabriken gab es Dampfmaschinen, die mit Hilfe des erzeugten Dampfes Maschinen antrieben. Man kann sich gut vorstellen, dass vieles nur durch den Einsatz von Muskelkraft zu leisten war. In dieser Zeit gelang dem amerikanischen Erfinder Thomas Alva Edison eine der weltweit wichtigsten Erfindungen: die Glühbirne.

Der Stromkrieg

Westinghouse investierte große Summen in das Stromprojekt und baute einige Kraftwerke zur Stromerzeugung außerhalb der großen Städte. Auf dem Land waren – da genügend Platz vorhanden - die Grundstückspreise niedriger und somit auch die Herstellungskosten für den Strom. Er brauchte die Nähe zum Verbraucher nicht, da er seinen Wechselstrom mit hoher Voltzahl über weite Entfernungen transportieren konnte. Zudem konnte er dünnere Kupferdrähte für den Transport verwenden, was ihm auch an dieser Stelle Geld einsparte. Folglich konnte er seinen Strom sehr viel günstiger verkaufen als Edison. Damit konnte er sehr viel mehr Kunden gewinnen als Edison und somit auch mehr Geld mit der Elektrizität verdienen.

Das ließ Edison, der schon als Jahrhundertgenie gefeiert wurde nicht auf sich sitzen. Sollte er sich etwa von einem Bremsenhersteller besiegen lassen? Edison beschloss in die Öffentlichkeit zu gehen und für seine Erfindung zu kämpfen.

Dazu lud Edison Pressevertreter ein und machte öffentliche Versuche bei denen es darum ging zu beweisen wie gefährlich die Handhabung von Wechselstrom sei bzw. wie gefährlich die dabei benutzten hohen Voltzahlen für Mensch und Tier sind. Edison schloss vor den Augen der Journalisten einen Hunde an elektrische Stromkabel an und ließ Wechselstrom mit mehreren tausend Volt durch das Tier jagen, das elendig verstarb. In der Folgezeit wiederholte er solche Versuche vor unterschiedlichstem Publikum auch mit Katzen, Kälbern und sogar einem Pferd. Alle Tiere starben an der Durchflutung mit der hohen Wechselspannung.

Tötung eines Hundes vor der Presse mit Wechselstrom
(Quelle:http://www.zdf.de/ZDFde/inhalt/25/0,1872,2200793,00.html?dr=1)

Edison drängte daraufhin die Politiker ein Gesetz zu erlassen, dass die zulässige Spannung in Stromleitungen auf 300 Volt beschränken sollte. Damit wäre Westinghouse erledigt gewesen, aber die Politiker lehnten den Vorschlag von Edison ab.

Das war allerdings nicht das Ende des Streits, denn Edison wollte mit aller Macht Westinghouse aus dem Strommarkt drängen, der mit hohen Renditen und Gewinnen lockte, die Edison alleine haben wollte.

Als im Jahr 1899 ein neues Gesetz zur Todesstrafe in Kraft tritt, setzt Edison alles daran, dass die zum Tode Verurteilten mit Wechselstrom getötet werden. Jetzt tobt Westinghouse und wendet sich zum ersten Mal an die Presse um Edison als unmännlich Beleidigten und Lügner zu beschreiben, der den fairen Wettkampf scheue. Es nützt Westinghouse nichts. Am 6. August 1890 stirbt zum ersten Mal ein Mensch auf dem elektrischen Stuhl und zwar durch Wechselstrom.

Doch Edisons Plan Westinghouse zu ruinieren geht trotzdem nicht auf. Innerhalb von 2 Jahren hat Westhinghouse mehr als 30 kleinere Kraftwerke fertiggestellt und versorgt 1890 bereits 130 amerikanische Städte mit Strom.

Als 1893 der Auftrag zur Beleuchtung der in Chicago stattfindenden Weltausstellung ausgeschrieben wird, bewerben sich Edison und Westinghouse. Edison hat bereits eine Maschine entwickelt mit der er Birnen fast automatisch herstellen kann. Schließlich werden für die Weltausstellung 250.000 Birnen benötigt. Edison sieht sich bereits als Sieger der Ausschreibung, als Westinghouse ihn um eine halbe Million Dollar unterbietet und den Zuschlag erhält. Edison erklärt daraufhin Westinghouse, er dürfe seine Glühbirnen nicht verwenden. Nun hat Westinghouse ein Problem. Die vielen Investitionen in Kraftwerke haben ihn sehr viel Geld gekostet. Er schuldet allein Tesla 12 Millionen Dollar an Tantiemen aus dem Vertrag für die Nutzung des Wechselstromtransformators. Westinghouse bespricht das Problem mit Tesla und dieser zerreißt den Vertrag, der ihm Millionen Dollar zusichern würde und unterstützt Westinghouse. Tesla ist ein Visionär und möchte mit seinen Erfindungen die Welt verbessern. Und er möchte die Menschen mit seinem Licht begeistern. Innerhalb von 20 Wochen muss Westinghouse eine eigene Glühlampe entwickeln und eine Fabrik bauen, um die benötigten 250.000 Birnen herzustellen. Eine Mammutaufgabe, die Westinghouse und Tesla bis zum Tag vor der Weltausstellung beschäftigt.

Fast 30 Millionen Menschen besuchen die Weltausstellung um das gigantische Lichtermeer von Westinghouse und Tesla zu bestaunen. Ein triumphaler Erfolg für das Wechselstromsystem.

Den entgültigen Durchbruch erreicht Westinghouse mit dem Bau eines Wasserkraftwerkes an den Niagarafällen. Mit Hilfe der Wasserkraft werden Generatoren angetrieben die Strom in großen Mengen erzeugen. Im November 1896 beliefert Westinghouse die 40 Kilometer von den Niagarafällen entfernte Stadt Buffalo mit Strom. Damit hat er entgültig bewiesen, wozu er mit Hilfe des Wechselstroms fähig ist. Den Stromkrieg gegen Edison hat er entgültig gewonnen.

Noch heute funktioniert die Stromversorgung der Industrie und der Haushalte mit Hilfe von Transformatoren. Elektrizitätswerke erzeugen Strom und transformieren ihn mit Hilfe der elektromagnetischen Induktion auf mehrere tausend Volt. Durch Überlandleitungen wird der Strom bis zu den Städten gebracht, wo er zuerst in einer Transformatorenstation auf tausend Volt transformiert wird und dann in die einzelnen Stadtbezirke weitergeleitet wird. In jedem Stadtteil steht ein weiterer Transformator der den Strom in Deutschland auf 230 Volt transformiert. Diese 230 Volt Wechselspannung kommen in jeder Steckdose an.

Ein Notebook braucht aber z.B. nur eine Spannung von 18,5 Volt. Deshalb ist im Stromkabel zum Notebook ein Netzteil zwischengeschaltet, das den Strom von 230 Volt mit Hilfe eines eingebauten Transformators auf 18,5 Volt herunterregelt.

Der Transformator war eine geniale Erfindung, ohne die die schnelle Ausbreitung des elektrischen Stroms in Haushalte und Industrie undenkbar und vor allem viel zu teuer gewesen wäre.

 

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